Wiesn-Tagebuch 2019

Täglich exklusiv im Münchner Merkur: Das Wiesn-Tagebuch von Stephan Kuffler

Die Wiesn-Tagebücher der letzten Jahre finden Sie hier:
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Kufflers Weinzelt auf dem Münchner Oktoberfest


05.10.2019 Samstag

Kaum zu fassen, aber die Wiesn 2019 ist schon wieder fast vorbei. Bis jetzt war es ein herrliches Fest und gestern ist mir eine Sache gekommen: Viele unserer Gäste bedanken sich dafür, dass sie da sein dürfen. Das finde ich außergewöhnlich, denn üblicherweise sollte sich doch der Wirt für den Besuch bedanken. In unseren Stadtgeschäften ist das auch der Normalfall, aber nicht auf dem Oktoberfest. Offensichtlich macht München hier also alles richtig.

Auch heuer habe ich wieder viele positive Rückmeldungen für diese kleine Kolumne erhalten. Hierfür und für die Treue zum Münchner Merkur mit seinen Umlandzeitungen möchte ich mich aufs Herzlichste bedanken. Es bereitet mir große Freude, meine kleinen Erlebnisse mit Ihnen, hochverehrte Leser, zu teilen. Ich wünsche Ihnen noch einen wundervollen Wiesnausklang sowie ein schönes Wochenende und freue mich schon auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt:

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

Weinzelt, Fahrgeschäft, Oktoberfest


04.10.2019 Freitag

Wenn man rund um die Uhr arbeitet, hat man wenigstens keine Zeit, Geld auszugeben – denkste Puppe! Außerhalb der Wiesn geht das Leben unbeirrt weiter und so muss ich täglich meine Mails checken und mit Leuten korrespondieren, die nicht das geringste Verständnis haben. Jedenfalls nicht für geplagte Wiesnwirte, die völlig vergessen haben, wie es „draußen" zugeht. So schlummert auch meine Kreditkarte daheim im Tresor – was soll ich auf der Wiesn auch damit anfangen. Trotzdem kam heute per Mail eine Umsatzmeldung über € 128,-- für eine Zugkarte oder so etwas Ähnliches. Zum Glück wurde der Verfügungsrahmen nicht ausgeschöpft und die Kreditkarte habe ich vorsorglich gesperrt. Und das Ende vom Lied: Jetzt kann ich auch nach der Wiesn kein Geld ausgeben.

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

Schweinswürstel & mehr


02.10.2019 Mittwoch

Bei der Formulierung unserer Speisen- und Getränkekarte versuchen wir natürlich, so präzise wie möglich zu sein: Biozertifizierung, geschützte geographische Angaben, Allergene, kennzeichnungspflichtige Zusatzstoffe und so weiter. Was allerdings an „Schweinswürstel" nicht zu verstehen ist, hatten wir nicht auf dem Schirm. Gestern fragte eine Amerikanerin unsere Bedienung Leyla, ob das Schweinswürstel denn vom Schwein sei. Leyla lebt in den USA, ist schlagfertig und antwortete prompt: „Aber nein, unsere Schweinswürstel sind von einer Kuh, deren Spitzname Schwein war." Darauf die Dame in vollem Ernst: „Echt jetzt? Das ist ja interessant." Um über Leylas Anstrengungen zu berichten, wie sie den Scherz aufklärte, reichen die Zeilen leider nicht, aber schlussendlich brachte sie es der Intelligenzbestie irgendwie bei.

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

WNZLT - Krug


01.10.2019 Dienstag

Anfang des Jahres hatte ich eine kreative Eingebung und entwarf ein witziges Logo: Einen Skull mit zwinkerndem Auge, Trachtenhut nebst Gamsbart und die Zähne aus den Buchstaben W N Z L T gestaltet. Weil das als nicht schlecht befunden wurde, haben wir damit Pins und Steingutkrüge geziert. Ich kann sagen, dass speziell die Krüge sehr gut angenommen wurden. Sogar so gut, dass wir kaum noch welche haben. Verkauft haben wir sie kaum, aber irgendwie sind alle weg. Es freut mich ja, dass mein Entwurf solches Wohlgefallen findet, aber sie einfach so mitzunehmen? Hier mein Vorschlag: In allen Festzelten wird für die Aktion www.prostspenden.de gesammelt, eine Initiative von Liesl Weapon zugunsten der Münchner Tafel. Nicht nur bei uns steht ein verplombter Krug für diese Spenden im Büro. Wer also jetzt ein Minimum an schlechtem Gewissen hat, möge bitte einen Betrag seiner Wahl abgeben, gleich in welchem Zelt.

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

Platzkonzert, Bavaria, Theresienwiese


30.09.2019 Montag

Beim Platzkonzert aller Wiesnkapellen am Sonntag dirigieren verschiedene Honoratioren und auch eine Wiesnwirtin hat alljährlich die Ehre. Heuer war meine Frau Steffi an der Reihe. Sie liebt es nicht sonderlich, derartig im Mittelpunkt zu stehen, und will vor allem nichts falsch machen. Sie fragte mich, wer ihr denn das Dirigieren beibringen könne. Ich empfahl ihr im Internet auf YouTube zu suchen. Das fand sie gar nicht hilfreich. Stattdessen bat sie unseren Freund Stephan Handel um Hilfe. Als Trompeter kennt er sich natürlich bestens aus und ich muss voll Stolz sagen, dass sie es wirklich hervorragend gemacht hat. Es habe ihr dann tatsächlich ein bisserl Spaß gemacht, auch wenn sie zunächst meinte, sie freue sich darauf wie auf eine Wurzelbehandlung.

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

Familie Kuffler


28.09.2019 Samstag

Unsere Tochter ist mittlerweile 14 Jahre alt und so langsam kommt sie aus der Deckung. Gestern hat sie mal einfach so die Lateinnachhilfe abgesagt, sich in ihr Dirndl geschmissen, um dann schnurstracks auf die Wiesn zu kommen. Bei meiner Frau Steffi hat das keine Begeisterungsstürme ausgelöst, ich selbst fand es insgeheim ziemlich cool. Dann hat sie auch noch zum ersten Mal von jemand Alkohol bekommen, nämlich einen Rotweinlikör. Es war nur ein Zentiliter, aber das fand ich wiederum nur bedingt lustig. Sie fand, es schmecke wie Skiwasser. Zu guter Letzt bestand sie darauf, bei der Produktion des Podcast von Radio Charivari mitzuwirken, was dann auch geschah. Ich frage mich ernsthaft, ob sich hier der Beginn einer Karriere abzeichnet.

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

Spatenhaus an der Oper


27.09.2019 Freitag

Gestern kam am frühen Abend ein Herr mit einer bitterlichen Beschwerde ins Büro. Man habe ihn gedrängt zu zahlen und seinen Tisch zu räumen, da gleich Gäste mit einer entsprechenden Reservierung kämen. Das wollte er so nicht hinnehmen, denn immerhin sei er seit 25 Jahren Geschäftsführer im Spatenhaus, welches auch den Kufflers gehöre. Christine Berger war zurecht perplex und fragte ihn, ob er das Spatenhaus an der Oper meine. Natürlich, rief er empört, welches denn sonst!? Eva, die danebenstand, wies ihn leicht verdutzt darauf hin, dass seine Ansprechpartnerin, Christine Berger, die Betriebsleiterin im Spatenhaus sei. Das hat den Mann nicht sonderlich beeindruckt, vielmehr beharrte er darauf, aufgrund seiner herausragenden Stellung in unserem Unternehmen seinen Tisch nicht räumen zu wollen. Zu seiner Frustration kamen die Damen seinem Wunsch nicht nach, sondern warfen ihn auch noch aus dem Büro - Gottes Tiergarten ist halt groß.

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

Kufflers Weinzelt auf dem Oktoberfest


26.09.2019 Donnerstag

Wahrscheinlich verrate ich mit der Feststellung kein Geheimnis, dass sich Finanzämter keiner überhöhten Beliebtheit erfreuen. Aber auch hier ist auf der Wiesn alles anders, weil es hier den Herrn Mair gibt. Immer bei bester Laune hat er auch häufig gute Ratschläge und kritisiert nicht nur. Gestern erfuhr ich, dass er kurz vor Wiesnbeginn einen Standlbesitzer sah, wie er sich ganz alleine mit einem Riesentrumm von einem Kühlschrank abmühte. Eilfertig ging Herr Mair auf den Mann zu und bot ihm Hilfe an. Nachdem sie den Kühlschrank gemeinsam an Ort und Stelle bugsiert hatten, allein hätte der Gute das nie und nimmer geschafft, fragte der Mann: „Bist Du links oder rechts?" Herr Mair wusste damit zunächst nichts anzufangen und bat in höflichem Bairisch um Aufklärung: „Was moanst?" Der Standlbesitzer wollte wissen, ob Herrn Mairs Bude links oder rechts von seiner sei. Als er erfuhr, dass ein Finanzbeamter ihm kostenfrei und erfolgreich geholfen hatte, war das Staunen größer als der besagte Kühlschrank.

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

Wiener Wahnsinn


25.09.2019 Mittwoch

Gestern war der Wiesnschurli mit seinem Team der TV-Sendung „Sehr witzig?" im Weinzelt. Dabei waren unter anderem Kabarettistin Lydia Prenner-Kasper und Österreichs Witzekönig Harry Prünster sowie die Austro-Rock-Band Wiener Wahnsinn. Diese ließen sich von der Blechblos'n nicht zweimal bitten und stürmten spontan die Weinzeltbühne, dichtauf der Rest von Schurlis Wiesngesellschaft. Stimmungsmäßig war das kein Schaden – ganz im Gegenteil. Deshalb ließ ich es mir nicht nehmen, den Jungs von Wiener Wahnsinn unsere neue Anstecknadel zu überreichen mit den Worten: „Für Verdienste auf der Wiesn und hervorragende Bühnenpräsenz in Kufflers Weinzelt." Die haben sich richtig gefreut und einer von ihnen meinte: „I hab scho g'hört, dass die Bayern die einzigen Österreicher san, was die Wiener mögen."

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

Kufflers Weinzelt


24.09.2019 Dienstag

Heute möchte ich von Schorsch berichten, mit dem ich schon die Schulbank gedrückt habe und der seit langem den Einlass zu vorgerückter Stunde in unserem Zelt regelt. Ein sehr guter Freund, aber auch ein sehr spezielles Kerlchen, könnte man sagen. Dass er unsere Stammgäste abends an der Tür mit „Frohes Neues Jahr" begüsst, wenn er sie zum ersten Mal wieder sieht, wundert schon kaum noch jemand. Seine neueste Erfindung, einen Teelöffel Senf direkt vor dem Genuss eines Espressos zu sich zu nehmen, hat mich gestern dann aber doch leicht irritiert. Auch recht drollig ist seine Methode, die feinen Härchen, die manchmal aus dem Ohr wachsen, zu entfernen. Wir fuhren morgens zur Wiesn und Schorsch saß hinten. Auf einmal blitzt es im Fond auf und stinkt fürchterlich. Schorsch hatte mit dem Feuerzeug erst ein bisserl Gas ins Ohr gelassen und dann das ganze angezündet! Von Nachahmung rate ich übrigens dringendst ab.

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

Steffi, Annie, Max und Caro


23.09.2019 Montag

Schon lustig, dass ich der USA-Fan in der Familie bin, meine Frau aber ständig von Verwandten aus Amerika besucht wird. Nach meiner Kenntnis war es nur ein Graf von Montgelas, circa in der Urgroßvatergeneration, der ausgewanderte. Jedoch war seine Verfielfältigungsrate erstaunlich. Immer dann, wenn ich denke, jetzt kann nichts neues mehr kommen, zaubert die Amiverwandtschaft meiner Frau Steffi wieder jemand aus dem Hut. Und so besuchten uns heute, am Tag des Trachten- und Schützenzugs, Max und Annie Montgelas aus Boston. Paraden haben sie in Boston auch, vor allem weil die New England Partiots dauernd den Super Bowl gewinnen. Aber von wegen „in Amerika ist alles größer". Die Länge und Dauer unseres Umzugs löste größtes Staunen und vor allem Unglauben aus. Tatsächlich dachten Max und Annie, die Kapellen, Trachtler und Innungen laufen im Kreis um sie herum!

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

Willkommen zum Oktoberfest


21.09.2019 Samstag

Ein Gebuss'l, Gelächter und Schultergeklopfe ist das jedes Jahr, wenn die Weinzeltfamilie wieder zusammenkommt. Die Generalprobe, das Richtfest als Dankeschön an die Handwerker, haben wir bereits am Dienstag bestanden. Die Blechblos'n spielen zur Begrüßung im Eingang und die Högl Fun Band hernach auf der Bühne. Michi Högl hat letztes Jahr auch etwas dazu gelernt: Der Mitarbeiterausweis hat nichts in der Tasche der Lederhose für den Hirschfänger verloren. Dort kommt er nämlich kaum noch raus und ohne Ausweis kommt niemand auf das Gelände. Die Sicherheitsmitarbeiter am Eingang sorgen für die Sicherheit der Baustelle, und zwar richtig gut. Also keine Chance für den Michi, ohne Ausweis einen Meter weiter zu gehen. Einzige Möglichkeit war, die Lederhose auszuziehen und den Ausweis mühsam herauszufieseln. Er durfte zwar ein bisserl ins Abseits, aber eine Schau war das trotzdem für die Gäste unserer kleinen Feier, die just vorbeikamen.

Schau ma mal, was morgen wieder los ist.

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